Altbauten und ein riesiger Park bestimmen das Bild des jungen Hamburger Stadtteils Sternschanze. In den letzten Jahren hat sich der Stadtteil zu einem beliebten Ausgehviertel entwickelt. Wegen seiner Nähe zur City ist er eine beliebte Wohngegend.
Der Stadtteil Sternschanze besitzt nur eine Fläche von 0,47 km2. Hier leben etwa 7.800 Menschen. Der Stadtteil grenzt an St. Pauli, Rotherbaum, Eimsbüttel und Altona-Altstadt. Fälschlicherweise wird er auch gerne als Schanzenviertel oder einfach nur Schanze bezeichnet, was aber nicht ganz korrekt ist. Der südliche Teil von Eimsbüttel gehört zum Schanzenviertel, aber nicht zur Sternschanze. Den Stadtteil Sternschanze gibt es erst seit dem 1. März 2008. Entstanden war er durch eine Gebietsreform des Hamburger Senats mit der Absicht die homogene und gewachsene Struktur dieses Quartiers hervorzuheben.
Woher kommt der Name “Sternschanze”?
Der Name leitet sich historisch von der 1682 entstandenen Verteidigungsanlage ab, die den gleichen Name hatte. Im Jahr 1874 eröffnete Carl Hagenbeck am Neuen Pferdemarkt seinen Tierpark. Aber bereits 1907 verließ er den Standort aus Platzgründen und zog in seine jetzige Heimat nach Stellingen. In der Zeit des Nationalsozialismus lag hier ein Zentrum des Widerstandes und der Arbeiterbewegung. In der Bartelsstraße gab es zu dieser Zeit den Roten Hof. Mitten im Viertel liegt der Bahnhof Sternschanze mit U- und S-Bahn Anbindung. Bis in die Achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts waren hier auch zwei bedeutende Firmen ansässig. Der Schreibgerätehersteller Montblanc hatte in der Schanzenstraße den Firmensitz. Heute wird das Gebäude von der Volkshochschule genutzt. Der Pianohersteller Steinway & Sons hatte ebenfalls in der Sternschanze seine Hamburger Niederlassung.
Anwohner: Bunter Mix
Die Bevölkerungsstruktur in der Sternschanze hat in den letzten Jahren einige Veränderungen erfahren. Ab 1970 entdeckten die Studenten dieses Viertel als preisgünstige Wohnmöglichkeit. Verstärkt zum einen durch die Nähe zur Universität und relativ preiswerten Wohnraum in sanierungsbedürftigen Mietshäusern. Die Bebauung weist hier eine fast durchgängige Struktur von Altbauten auf. Familien zogen aus dem Viertel fort, auch wegen der wenigen Grünanlagen. Die einzige grüne Oase in der Sternschanze ist der Schanzenpark. Durch die Sanierung von vielen Wohnungen in den letzten Jahren ist eine zunehmende Verdrängung der alten Mieter zu beobachten. Im Stadtteil findet man eine Auswahl an Cafes, Bars, Kneipen und Restaurants die seines Gleichen in Hamburg sucht. Ebenso vielfältig ist die Auswahl an Boutiquen und kleinen Geschäften zwischen Schulterblatt, Schanzenstraße, Bartelsstraße und Susannenstraße.
Freizeitmöglichkeiten im Schanzenviertel
Einen großen Freizeitwert im Stadtteil Sternschanze besitzt der 12 ha große Schanzenpark. Hier findet man riesige Liegewiesen, Kinderspielplätze, Boule-Bahnen und zwei Sportanlagen. Hier spielen die Vereine SC Sternschanze von 1911 e.V. und der VFL Hammonia. Das Wahrzeichen des Stadtteils, der 59 m hohe Wasserturm (Schanzenturm), steht auch im Schanzenpark. Er ist seit 1961 nicht mehr in Betrieb. Im Jahre 2007 eröffnete im Turm das Mövenpick Hotel. In der Schanzenstraße befindet sich das Stadtteilkino 3001. Einmal im Jahr findet im Schulterblatt und den angrenzenden Straßen ein Stadtteilfest, das sogenannte Schanzenfest, statt.
Mythos Rote Flora
Am bekanntesten, auch über Hamburg hinaus, in der Sternschanze ist die Rote Flora. Es ist ein alternatives Stadteilzentrum mit Kunstaktionen, Musikveranstaltungen und politischer Stadteilarbeit. Ursprünglich war die Flora ein Konzerthaus. Erbaut wurde sie im Jahr 1886. Im Jahr 1957 war hier ein Kino, bis 1964 hier ein Haushaltswarenladen einzog. Als es im Jahr 1987 Bestrebungen gab die Flora in ein Musicalhaus umzuwandeln, gab es heftige Proteste der Anwohner bis sie 1989 kurzerhand besetzt wurde und sich Rote Flora nannte. In der Sternschanze gibt es auch eine sehr aktive Club-Kultur. An der Ecke Stresemannstraße/Max-Brauer-Allee, direkt unter der Sternbrücke befindet sich Hamburgs kleinster Livemusic-Club die „Astra-Stuben“. Hier finden vorwiegend Indie-Rock Konzerte statt. Autor







